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Entschuldigungen an das Göttliche Maskuline (English) (Español)

(Ein Brief den dieser Krieger im Übergang gerne erhalten würde)

Von Jeff Brown

Ich entschuldige mich für jene Momente, in denen ich nicht durch meine Projektionen bis zu deiner wahren Natur sehen konnte. Mit so viel Beziehungstrauma im Rückspiegel konnte ich nicht zwischen dem herzlosen und dem wohlwollenden Krieger unterscheiden. Mit meiner von ungeheilten Emotionen vernebelten Brille war ich unfähig dich in deiner Ganzheit zu sehen. Ich projizierte unwissentlich meine negativen Erwartungen ohne jene Momente zu erkennen in denen du aus Liebe bewegt warst. Bitte vergib mir meine Projektionen und wisse dass unter meinem Schmerz ein Herz war, das echt danach verlangte mit deinem zu verschmelzen.

Ich entschuldige mich dafür zu bedrängen dein Herz zu öffnen, wenn du dafür nicht bereit warst. Ich verlangte danach dass mir in meiner Offenheit begegnet wird und ich konnte die Trennung zwischen uns nicht aushalten. Ich werde von direkter Kommunikation genährt und ich nahm dein Schweigen persönlich. Ich verstand die Beziehung zwischen deiner Distanziertheit und der Kriegerkonditionierung nicht. Ich sehe dies jetzt. Von Anfang an wurdest du für die Rolle der Krieger Beschützers vorgesehen und dein emotionaler Panzer war für diese Aufgabe essentiell. Ohne ihn wärest du auf dem Schlachtfeld nicht wachsam geblieben, noch hättest du auf dem Marktplatz des Wettbewerbs Erfolg gehabt. Während sich unsere Welt weg vom Überlebensmodus als Weise des Seins bewegt hoffe ich, dass du dich sicher genug fühlen wirst, um aus einem offenen Herzen zu leben. So wunderschönes Licht kommt durch diese Öffnung.

Ich entschuldige mich dafür nicht immer deine Begrenzungen und deine Kämpfe zu sehen. Es gab Zeiten, in denen ich nicht über meine Erwartungen und Fantasien hinaus sehen konnte. Ich bin mit einem Märchen von einem großen Ritter aufgewachsen, der mich retten würde und ich klebte an dieser Vision, der Projektion der Perfektion den Vorzug vor der Realität des Menschseins gebend. Als ein Ergebnis sah ich nicht immer wie viel Stress du trugst, wie schwierig die Dinge waren, wie schwer es war, alles zusammen zu halten. Natürlich setzten wir die Projektion gemeinsam fort — du trafst deine Menschlichkeit aus einem Blickwinkel und ich wählte nicht hinzusehen. Ich blicke aus auf den Tag wo unsere Beziehungen nicht von Illusionen vorherbestimmt sind, sondern von einem tiefen Verstehen der wechselseitigen Authentizität.

Ich entschuldige mich dafür dir durchwachsende Botschaften gegeben zu haben wie ich wollte dass du dich manifestierst. Zu manchen Zeiten wollte ich, dass du sanft und zart bist. Zu anderen Zeiten dominant und beschützend. Wie verwirrend muss dies für dich gewesen sein, wie herausfordernd vor und zurück zwischen derart verschiedenen Gefühlszuständen zu gehen. Es ist für uns beide so verwirrend gewesen die Linie zwischen unseren Bedürfnissen von sowohl Sicherheit als auch Verletzlichkeit zu überspannen. Eines Tages werden die Perversionen der Polarität wegfallen und wir werden in einer heiligen Balance zwischen allen gesunden Weisen zu Sein ankommen. Frauen werden sich sicher fühlen ihre Stimme zu behaupten und ihre Ganzheit zu verkörpern und Männer werden sich ebenso sicher fühlen entwaffnet und aus ihrer Verletzlichkeit sprechend. Auf den Flüssen der Essenz fließt alles, alles fließt in dieselbe Riechung — auf den Ozean der Ganzheit zu.

Ich entschuldige mich dir gegenüber passiv aggressiv gewesen zu sein. Ich wurde nicht gelehrt Ärger direkt auszudrücken und ich war erschreckt von deiner Aggressivität. Ich weiß dass du ähnliche Herausforderungen mit dem Erfahren deiner Traurigkeit hattest und deine Tränen loszulassen. In der Welt, auf die wir uns zu bewegen, bin ich guter Hoffnung dass beide Geschlechter nahtlosen Zugang zu allen emotionalen Zuständen haben werden und gesunden Formen des Ausdrucks.

Es tut mir leid, dass ich vor dir erwartete dass du meine Leere ausfüllst, wenn die Einzige die sie füllen kann ich selbst bin. Ich habe oft in der Beziehung nach Antworten gesucht mir irgendwie ausmalend, dass ein Anderer mich vollständig machen könnte. Nach so vielen Jahrhunderten der Entmächtigung erkannte ich nicht, dass ich die Werkzeuge für meine eigene Selbst-Schöpfung hatte. Jedoch erkenne ich es jetzt. Wo wir uns als zwei fragmentierte Wesen trafen, werden wir uns bald als zwei ganze Wesen treffen — jeder von uns in eigenen Grenzen, wohl integriert und immanent ganz. Zwei Seelenganze.

Ich bin dankbar für all die Momente, als du mich sicher hieltest und im Herzen des Mitgefühls wirktest. Die Gegenbewegung der letzten Dekaden war eine notwendige Reaktion auf Generationen des Leidens, jedoch gingen viele deiner Beiträge in dem Aufmischen verloren. In meinem Bemühen meine Stimme zu finden und auf meinem Boden zu stehen habe ich nicht immer anerkannt und wertgeschätzt, wo es fällig war. Ich ermute dich alles wieder einzufordern was du entlang des Weges verloren hast, und das heilige Maskuline wieder zu verkörpern, wie du es einst schon tatest. Ich entschuldige mich für jede Momente, als ich deine Macht entmutigte. Ich konnte sie von ihrem historischen Missbrauch nicht unterscheiden.

Ich bin dankbar für die vielen positiven Beiträge die du zu meiner Realität gemacht hast. Ich erkenne dass du deine Liebe für mich und die Gemeinschaft oft mit und durch Geschäfte kommuniziert hast, nicht mit Worten. Ich danke dir dafür dabei zu helfen die Strukturen zu erbauen, auf denen meine Ausdehnung aufbaut. Ich danke dir dafür lang und hart gearbeitet zu haben um Rechtsgrundsätze zu etablieren. Ich ehre den Kriegergeist, der die Schienen erbaute, die Städte, die Brücken, die uns miteinander in Kontakt bringen. Ich ehre jede Krieger die in einer Anstrengung uns zu schützen auf den Schlachtfeldern kämpften und starben. Du hast dich so geopfert um uns sicher zu halten. Gelobt seien die wohlwollenden Krieger die vor dir kamen.

Ich bin dankbar für Großvater, für das Halten des Raumes für meine Ausdehnung mit Geduld und Weißheit. Ich bin dankbar für Vater, für das mich Verteidigen und mir Unterkunft zu geben. Ich bin dankbar für Vater Himmel, dafür mir eine Vision der Möglichkeiten zu zeigen, welche meine Lebensumstände transzendieren. Ich bin dankbar für den göttlichen Vater, den wirklichen Vater von uns allen. Jetzt fühle ich seine göttliche Präsenz, so nahe. Auf das heftigste mitfühlend, war er immer genau da, mich sicher haltend.

Zwischen uns hat es so viele Beschuldigungen gegeben, so viel Hass und Beschimpfungen. Um sicher zu sein ist es essentiell, dass wir unseren Ärger ausdrücken und unsere Herzen heilen. Nichts sollte in diesem Prozess unter den Teppich gekehrt werden, alles sollte offengelegt werden. Es ist jedoch ebenso wichtig, dass wir Mitgefühl füreinander haben und uns anstrengen den Kontext unserer Handlungen zu verstehen. Wir alle sind Opfer einer soziologischen Landschaft gewesen, die auf unsere Identifikationen und unser Verhalten einwirkte. Wie zwei verschieden Spezies im selben Bett wurden wir von Umständen gezwungen Rollen einzunehmen, die uns Meilen voneinander entfernt hielten. Diese Rollen haben großes Leiden verursacht, jedes Geschlecht litt auf seine eigene Weise. Frauen wurde das Recht grundlegenden Schutzes und von Wegen des Ausdrucks abgesprochen, Männern wurde der Zugang zu einer sanften rezeptiven Weise des Seins verweigert. Niemand kam leicht heraus, trotz des äußeren Anscheins.

Mögen wir, während wir uns in Richtung auf eine herzerfülltere Verbindung bewegen, einen Raum für neue Visionen der Möglichkeiten erschaffen. Wir müssen den Prozess beginnen, indem wir den Geschlechterabstand heilen, der zwischen uns existiert. Wir müssen die 'Kanten' erweichen die von unseren Reaktionsweisen fortgeführt werden. Wir müssen die Gräben entlang des Geschlechtskontinuums heilen, die uns getrennt und fern voneinander halten. In meinen klarsten Imaginationen vergegenwärtige ich eine Welt, die zur Gänze das heilige Feminine feiert und das heilige Maskuline. Anstatt alle Geschlechtsunterschiede mit dem Badewasser auszukippen, machen wir eine bewusste Ent- und Unterscheidung zwischen wohlwollenden und destruktiven Identifikationen. Wir fertigen eine heilige Balance unserer gesundesten Aspekte. Jeder von uns identifiziert eine einzigartige Energie die sich nach unserer essentiellen Natur ausrichtet. Und wir lernen offen voneinander — Männer lehren gesunde Man(n)ifestation, Frauen lehren gesunde Frauifestation — und wir kommen gemeinsam zur Humanifestation. Wir treffen einander in unserer Ganzheit.

Mögen wir niemals die aufeinander bezogene und ko-transformative Natur der menschlichen Ausdehnung vergessen. Obwohl die ultimative Romanze die mit unserer eigenen Seele ist, sind es unsere Erfahrungen miteinander, welche die essentiellen Lektionen gebären. Wir sind alle hier um an diesem Tanz heiliger Imagination teilzunehmen, einander auf die Zehen steigend und einander auf Gott zu drehend, einen holprigen Schritt nach dem anderen. Wir machen einen Ausflug, und dann kehren wir mit größerem Gewahrsein zurück. Hiermit im Herzen habe ich die Hoffnung, dass wir lernen können einender in unserem Menschsein zu akzeptieren. Wir werden auch weiter Fehler machen, jedoch gibt es eine Gnade darin, wenn wir unsere Fehler durch die Lektionen ansehen, die sie enthalten.

Ich blicke nach vorn auf den Tag an wir einander in unserer wahren Nacktheit treffen können, abgestreift von ungelösten Emotionen, schmerzinduzierten Projektionen, den Störungen der Dualität. Für zu lange Zeit sind wir die entgegengesetzen Ufer des Flusses gewesen, die Brücke zwischen unseren Herzen von einer Flut der Schmerzen weg geschwemmt. Jedoch ist die Zeit gekommen eine neue Brücke zu erbauen, eine die mit jedem Schritt den wir gehen ins Sein kommt, eine die mit wohlwollenden Absichten verstärkt wird und authentischen Selbstoffenbarungen. Während wir aufeinander zugehen, fällt unsere emotionale Rüstung zu Boden, sich in ihrer Quelle in Licht transformierend. Und wenn wir bereit sind, gehen wir direkt in das Gottselbst im Zentrum der Brücke, verwundert dass wir uns jemals als getrennt ausgemalt haben.

Mögt ihr die Präsenz der Göttlichen Mutter nahe eurem Herzen fühlen, euch einladend tief an den sanften Ufern eurer eigenen Essenz zu ruhen, euch in die dankbaren Arme derjenigen zu schmiegen die ihr gerettet habt. Diejenigen von euch, die eure Segnungen empfangen haben mögen sie nicht immer wertschätzen oder anerkennen, eure Akte der Liebe sind jedoch in unserem Inneren gelandet, uns stärker wachsen und das Licht der Liebe in uns einströmen lassend. Ruhe dich aus lieber Krieger, ruhe. Ich halte dein Herz sicher.

© Jeff Brown, 2011 (Autor von 'Soulshaping - A Journey of Self-Creation'; www.soulshaping.com)

"Entschuldigungen an das Heilige Feminine" von Jeff Brown.


Über Jeff Brown

Jeff Brown

 

Ein ehemaliger Strafrechtler und Psychotherapeut, Jeff Brown, ist der Autor von "Soulshaping: A Journey of Self-Creation (Seelengestaltgebung: Eine Reise zur Selbst- Schöpfung)", das vor Kurzem bei North Atlantic Books veröffentlicht wurde. Empfohlen von den Autoren Elizabeth Lesser und Ram Dass ist "Soulshaping" Browns Autobiographie — ein innerer Reisebericht von seiner Reise von einem archätypischischen männlichen Krieger zu einem mehr ergebeneren Pfad. Ihr könnt mit seiner Arbeit unter www.soulshaping.com Verbindung aufnehmen.

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Spirit of Maat Artikel von Jeff Brown auf Deutsch:

November 2011: Entschuldigung an meinen (schnuckligen) Körper (von einem Kopf-Tripper im Übergang)

Juli 2011: Der erwachende Mann: Ein Portrait der Möglichkeit für die Menschheit

Mai 2011: Entschuldigungen an das Göttliche Maskuline (Ein Brief den dieser Krieger im Übergang gerne erhalten würde)

November 2010: Entschuldigung an das göttlich Feminine (von einem Krieger im Übergang)