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Entschuldigung an meinen (schnuckligen) Körper (von einem Kopf-Tripper im Übergang) (English)

Von Jeff Brown

Ich entschuldige mich dafür mich vor dir in meinem Verstand versteckt zu haben. Ich war durch und durch im Kopf-Trip, zog die scheinbare Sicherheit meiner Gedanken der oft wilden Welt des Fühlens vor. Obwohl ich oft 'geistesabwesend' genannt wurde, war ich in der Tat 'Körper-Abwesend', weit außerhalb der Wände dieses Körpertempels lebend. Ich wuchs in einer hasserfüllten Familie auf, und in meinen Körper hinein zu fühlen bedeutete mich in schreckliche Erinnerungen einzufühlen, welche in meinen Geweben gespeichert waren. Durch mein Köpfchen zu überleben ermöglichte es mir meinen Weg durch herausfordernde Umstände hindurch zu denken und schirmte mich von Schmerz und Leiden ab. Meine Kopflastigkeit wurde jedoch zu einen kostspieligen Analyse die eine emotionale Betäubung dauerhaft fortsetzte. Meine Strategie des damit Umgehens wurde zur Blaupause für die Realität, mich von meinem wahren Leben entfremdend. Ich wollte jedoch aufhören euch von so weit aus der Ferne zu beobachten. Ich möchte das Tor öffnen und jetzt wieder herein kommen.

Ich entschuldige mich dafür dich mit toxischem Essen missbraucht zu haben, übermäßigem Essen, Arbeitssucht. Ich wollte dich ausgetrocknet und abgetötet, so dass ich dich nicht mehr fühlen konnte. Wenn ich in dir lebte fühlte ich meine Emotionen stärker und mein Schmerz tauchte auf. Wenn ich dich betäubte blieben meine Erinnerungen begraben; wieder eine weitere Technik der Selbstablenkung. Diese Akte fehlplazierte Aggression tun mir leid. Ich konnte dich nicht geborgen halten weil ich selbst niemals geborgen gehalten wurde. Ich musste erst Selbst-Liebe in den Feuern des Lebens schmieden.

Ich entschuldige mich dafür dich beschämt zu haben, dich verabscheut, dich versteckt, mich für dich geniert zu haben. Es tut mir leid, dass ich deine scheinbaren Unvollkommenheiten als sonderbar verurteilte, statt als Widerspiegelung des Gottesselbst. Meine Haltung war eine direkte Widerspiegelung meines Selbsthasses, der internalisierten Überreste einer beschämten und geschmähten inneren Welt. Sie erzählten mir dass ich hässlich sei, und ich glaubte ihnen. Während meiner ganzen Kindheit als das schwarze Schaf charakterisiert, nahm ich mir diese Botschaft zu Herzen, die Beschämung oft zu meinem eigenen Lasten wiederholend. Wenn ich daran arbeite mein Licht unter dem Scheffel der Scham hervor zu bringen sehe ich das Wunder das du bist, das hindurch scheint; solch ein majestätischer Tempel, ein lebendes Gebet zum Gottesselbst. Wenn wir den Tempel nicht ehren, wird es keinen Ort des Betens geben.

Ich entschuldige mich dafür mein spirituelles Leben unabhängig von dir gesucht zu haben, als ob Gott ein entkörpertes Konstrukt sei und keine gefühlte Erfahrung. Wie ein guter kleiner Kopf-Tripper wollte ich Gott denken, statt Gott zu fühlen. Also suchte ich nach Gott in den Himmelswegen der Losgelöstheit, Selbstvermeidung mit Erleuchtung verwechselnd. Ich ging diesen Pfad eine Weile entlang, jedoch mit einem blubbernden Kessel ungelöster Gefühle im Inneren. In Wahrheit waren es jene Momente, wo ich einem beinhaltend umfassenden Bewusstsein am Nächsten kam, wo ich mich dir vollständig ergab, den Makeln und Allem. Es ist kein Zufall dass wir hier in physischer Form sind — Gott ist IN den Menschen. Ich entschuldige mich dafür nach Gott außerhalb der Tempelwände Ausschau gehalten zu haben.

Ich entschuldige mich dafür dich mit einer physischen und emotionalen Panzerrüstung beschwert zu haben, steifer Muskulatur, erstarrter Wut, flachem Atem und einem verhärtetem Herzen. Perfekt als ein männlicher einsamer Wolf Krieger konditioniert, zog ich Solidität dem Fließen vor, Bewaffnung der Wärme. Ein Sklave des Überlebens war ich gebaut mich entlang des Weges wie eine Maschine zu bewegen, Pausen und Vergnügen auf einen Tag aufzuschieben der selten kam. Mit meiner intakten Rüstung konnten nichts und niemand mich berühren. Es war jedoch geborgte Energie aus meiner Zukunft. Ich brachte mich selbst um. Selbst jetzt stehe ich unter der Illusion dass ich diese Weise des Seins in Leichtigkeit wandeln kann. Sie steckt tief in mir, tief in Erinnerungen des Überwältigens. Ich werde es jedoch versuchen, eine Schicht nach der anderen abschälend. Ich werde es versuchen.

Ich entschuldige mich dafür, dich instrumentalisierter, vom Herzen abgetrennter Sexualität ausgesetzt zu haben. Du bist für intime Nähe gebaut, die voller Tiefe ist, vereinend, ununterscheidbar von Gottesselbst. Alles weniger ist eine Perversion deiner göttlichen Natur. Viel zu oft wollte ich es jedoch flach und gottlos. Ich wollte keine Brücke zwischen meinem Herzen und meinen Genitalien, meinem Herzen und dem ihren. Selbst als ich durch meine Tantra Phasen ging, habe ich dich immer noch missbraucht, weil ich meine Genitalien als eine Glückseligkeit suchende Rakete nutzte und nicht als eine Brücke zum Göttlichen. Ich verwendete Sexualität um dem Moment zu entfliehen, statt um die Verbindung zu vertiefen. Es tut mir Leid dich auf diese Weise missbraucht zu haben. Ich bin mich selbst verpflichtend meine Sexualität von Herzen zu fü(h)llen. Ich bin mich selbst verpflichtend, den Highway vom Herz zu den Genitalien im Inneren zu erbauen.

Ich bin dankbar für die so vielen Weisen in denen du mich am Laufen hieltest, selbst wenn mein Wachbewusstsein von dir völlig entfremdet war. Ich wurde nur von meinen Gedanken beherrscht, ich wäre schon lange tot gewesen, aufprallend während ich von einer kopflastigen Baumspitze zur nächsten unterwegs war. Du ließt mich jedoch nie im Stich, vergaßt mich nicht, verlorst nie außer Sicht wo ich wirklich lebte. Du atmetest mich weiter wenn ich gegen dich arbeitete, wenn ich dich beschämte, wenn ich dich ablehnte. Du liebtest mich weiter, mich zurück rufend, mich solange flott haltend, bis ich mir selbst begegnen konnte. Eine derartige Hingabe. Meine tiefe Verbeugung.

Ich bin insbesondere dankbar dafür, dass du mich durch die aller destruktivsten Lebensstadien getragen hast. Du heiltest die Wunden und gebrochenen Knochen des frühen Lebens. Du beschirmtest mich vor Gewalt mit deinen Fäusten und Füßen. Die brachtest mich aus dem Bett, wenn der Kummer meinen Spirit lahm legte. Du zogst mich als den Feuern der Hölle der Kindheit, selbst als ich sie im Verlauf des Erwachsen Seins nach erschuf. Du wärmtest mich auf, als ich in kanadischen Wintern an tausend Türen klopfte um Fenster zu verkaufen. Du hieltest mich während einer schlaflosen Übung bei der Gesetzesausbildung. Du hieltest 3 Jahrzehnte an Arbeitssucht und Überkompensieren mit wenig Pausen durch. Liebster Freund, wie kann ich dich am besten ehren und anerkennen?

Ich danke dir dafür, dass du mein Authentisch-sein-ometer bist, mein Tempel der Wahrheit. Wie wunderschön du meine heilige Aufgabe getragen hast bis ich für die Übergabe bereit war. Du erinnertest mich mit Wahrheits-Schauern, wann immer ich in die richtige Richtung ging. Du brachtest mich mit Wahrheits-Schmerzen aus dem Konzept, wann immer ich riskierte in den Schuhen eines Anderen zu gehen. Was so bemerkenswert ist, dass du niemals darin versagtest mit mir zu kommunizieren wenn ich eine Lüge lebte. Ich mag nicht bereit gewesen sein zuzuhören, du gabst jedoch dein Vertrauen in meine Möglichkeiten niemals auf. Ich weiß jetzt dass mein wahrer Pfad in den Knochen meines Seins einkodiert ist. Nicht in einem Tempel den ich besuche, sondern einer der ich bin.

Ich blicke nach vorn auf den Tag zu, wenn die Menschheit deine Göttlichkeit vollständig annimmt und wertschätzt und die Einheit im Herzen der Schöpfung erkennt. Ein vereinigtes Bewusstsein wird außerhalb unseres gewohnten Gewahrseins existieren, es singt zu uns jedoch aus dem tiefen Inneren eine Symphonie von Gottes-Musik welche uns nach Hause ruft. Wo Körper, Geist/Verstand und Spirit in ganz verschiedene Richtungen zu fließen scheinen, werden sie schon bald als unentwirrbare Zweige des selben Wasserweges offenbart. Auf dem Fluss der Essenz fließt alles in dieselbe Richtung — auf den Ozean der Ganzheit zu.

Während wir uns einem Bewusstsein der Einheit nähern mögen wir den Kern des Themas, der Materie erkennen — unseren beherzten Körpertempel. Erleuchtung ist kein Kopf-Trip — es ist eine Herzensreise, Windstöße Gottes blasen durch das Portal des Herzens, das Aorten-Liebesventil verschmilzt mit der Liebe die durch die universellen Venen läuft. Wie sich herausstellt ist es nicht der Anfang durch den Verstand, nach dem wir suchen. Es ist das Anfangs-Herz — die Frische der Wertschätzung die durch ein offenes Herz fließt. Wenn wir unser offenes Herz ausdehnen möchten, müssen wir unseren Herzensbaum oft schütteln. Das Herz zu öffnen befreit das Herz des Universums und wir sehen was schon immer vor uns ist. Vielleicht haben wir uns gerade dazu verpflichtet, die Panzerung um unser Herz abzulegen.

Ich schreibe dir von den Ufern eines kleinen Flusses, schaue kanadischen Gänsen beim Landen zu, sich ausruhen und fertig machen für ihren nächsten Schritt in Richtung Süden. Ich beobachte sie, wie sie sich in einem Körper niederlassen, den sie nie verlassen, ganz und gar hier. Zeit sich zu ergeben, singen die Vögel von Hingabe. Dann, wenn ihr Körper bereit ist, heben sie wieder ab, auf den Flügeln ihrer Liebe aufsteigend. Ich höre sie, einander zurufend. "Gebt euch hin!" rufen sie, während sie für den Winter Gott nach Hause fliegen.

Eines Tages werde ich dir nicht mehr schreiben als ob du unabhängig von meinem Wachbewusstsein seist. Eines Tages werde ich zu dir beten, mich dir ergeben so wie du. Eines Tages werde ich ebenso zu Gott fliegen ohne den Tempel zu verlassen. Bis dahin mach bitte weiter darin mich geborgen zu halten.

Ursprünglich am 11. Oktober 2011 gepostet auf http://www.soulshaping.com/?p=1310


Über Jeff Brown

Jeff Brown

 

Ein ehemaliger Strafrechtler und Psychotherapeut, Jeff Brown, ist der Autor von "Soulshaping: A Journey of Self-Creation (Seelengestaltgebung: Eine Reise zur Selbst- Schöpfung)", das vor Kurzem bei North Atlantic Books veröffentlicht wurde. Empfohlen von den Autoren Elizabeth Lesser und Ram Dass ist "Soulshaping" Browns Autobiographie — ein innerer Reisebericht von seiner Reise von einem archätypischischen männlichen Krieger zu einem mehr ergebeneren Pfad. Ihr könnt mit seiner Arbeit unter www.soulshaping.com Verbindung aufnehmen.

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Spirit of Maat Artikel von Jeff Brown auf Deutsch:

November 2011: Entschuldigung an meinen (schnuckligen) Körper (von einem Kopf-Tripper im Übergang)

Juli 2011: Der erwachende Mann: Ein Portrait der Möglichkeit für die Menschheit

Mai 2011: Entschuldigungen an das Göttliche Maskuline (Ein Brief den dieser Krieger im Übergang gerne erhalten würde)

November 2010: Entschuldigung an das göttlich Feminine (von einem Krieger im Übergang)